Neue Alzheimer Studie ADvance II

Da wirksame Langzeitbehandlungen bei Alzheimer fehlen, arbeiten weltweit Forscher intensiv daran, neue, bessere Alzheimer Behandlungsmöglichkeiten für Alzheimer Patienten zu finden. Fortschritte in der Forschung zu neuen Therapien sind nur durch freiwillige möglich, die an klinischen Forschungsstudien wie ADVANCE  II teilnehmen. Wenn Sie oder jemand den Sie kennen an weitere Studien zu Alzheimer Therapie Studie ADvance II interessiert sind, wenden sie sich bitte an:

DIE WICHTIGSTEN INFORMATIONEN zur Alzheimer Erkrankung

Bei der Alzheimerkrankheit handelt es sich um eine Form der Demenz

Diese ist bei Weitem die bekannteste und auch die häufigste Art. Die Krankheit wurde erstmals von Alois Alzheimer zu Beginn des 20. Jahrhunderts beschrieben, weshalb sie nach ihm benannt wurde. Zunächst führt Alzheimer zu einem nachlassenden Gedächtnis und einer verminderten Konzentrationsfähigkeit. Für Betroffenen wird die zeitlich und räumliche Orientierung zunehmend schwieriger.

Bislang wurde noch kein Heilmittel für die Alzheimer-Demenz gefunden, sie kann jedoch durch verschiedene Behandlungen positiv beeinflusst werden. Besonders wichtig sind für Betroffenen stabile und positive Beziehungen. Aber auch die Angehörigen haben Hilfe und Unterstützung nötig.

Symptome

Insbesondere Vergesslichkeit wird häufig mit der Alzheimer-Demenz assoziiert. Daneben gibt es jedoch noch viele weitere Symptome.

– Gedächtnis und Konzentration: Mit der Zeit nimmt die Merkfähigkeit ab. Während dies zunächst eher das Kurzzeitgedächtnis betrifft, ist später auch das Langzeitgedächtnis involviert. Außerdem kommt es vermehrt zu Konzentrationsschwierigkeiten und Orientierungsverlust.
– Sprache: Mit der Zeit fällt Betroffenen die Wortfindung zunehmend schwer und auch die Bedeutung von Begriffen wird vergessen. Um das zu kaschieren, werden häufig Phrasen oder Füllwörter verwendet, welche das Verständnis ihrer Sätze schwer machen.
– Verhaltensänderung und psychische Symptome: Im Verlauf der Alzheimer-Demenz kann es zu aggressivem, misstrauischem, ängstlichem oder auch passivem Verhalten kommen. Betroffene schämen sich für ihre Vergesslichkeit und wollen keine Hilfe annehmen. Deshalb kann es besonders zu Beginn der Krankheit auch zu depressiven Verstimmungen und Schlafstörungen kommen. Manchmal kann es auch zu euphorischen Phasen kommen.

Ursachen

Die Alzheimer-Demenz wird durch einen Verlust von Nervenzellen im Gehirn ausgelöst. Die Ursache dafür ist allerdings noch unbekannt. Allerdings ist mittlerweile bekannt, dass bei Betroffenen der Botenstoff Acetylcholin in zu kleiner Menge vorhanden ist. Zudem gibt es im Gehirn von Menschen mit Alzheimer-Demenz Eiweißablagerungen, welche für den Verlust der Nervenzellen verantwortlich sein könnten.

RISIKOFAKTOREN

Insbesondere mit dem Alter (ca. ab 65) steigt das Risiko an der Alzheimer-Demenz zu erkranken. Viele verschiedene Studien konnten noch keine genauen Antworten zu den Einflussfaktoren liefern, zudem muss noch genauer untersucht werden, in welchem Zusammenhang diese stehen.

Es wurden jedoch Hinweise gefunden, dass die folgenden Faktoren das Risiko erhöhen könnten:

  • Depressionen
  • Diabetes mellitus
  • Hypertonie (Bluthochdruck)
  • Erhöhtes Cholesterin
  • Übergewicht
  • Rauchen
  • Schwerhörigkeit
  • Geringe soziale Kontakte
  • Geringes Bildungsniveau

Es wurden jedoch auch verschiedene mögliche Schutzfaktoren identifiziert:

  • Ausgewogenen Ernährung
  • Hohes Bildungsniveau
  • Hohe soziale Einbindung
  • Ausreichende körperliche und geistige Aktivitäten

Genetisches Risiko

Es gibt einige wenige bekannte Gene, welche einen Einfluss auf das Alzheimer-Risiko haben. So gibt es Familien, in denen mehrere Mitglieder bereits im mittleren Alter betroffen sind. Mit einer Genuntersuchung kann geklärt werden, ob diese an einer sogenannten präsenilen Alzheimer-Demenz erkrankt sind. Die Wahrscheinlichkeit zu erkranken, ist für direkte Verwandte dann ebenfalls sehr hoch.

Es gibt zwar andere genetische Besonderheiten, die öfter mit der Entstehung von Alzheimer verbunden werden, diese können aber eine tatsächliche Erkrankung nicht vorhersagen. Deshalb sollten genetische Tests nur nach ausreichender Beratung und Aufklärung an humangenetischen Instituten durchgeführt werden.

HÄUFIGKEIT

In Deutschland sind circa 1,6 Millionen Menschen von einer Demenz betroffen, der Großteil davon sind Frauen, da diese durchschnittlich ein höheres Alter als Männer erreichen. Insgesamt betrifft die Krankheit eher Menschen höheren Alters. Ungefähr 70% der Demenzerkrankten sind von der Alzheimer-Form betroffen.

Verlauf

Bei Alzheimer handelt es sich um eine chronische Krankheit, welche fortschreitet. Häufig beginnt sie nach dem 65. Lebensjahr, wenn sie schon davor auftritt, zeigt sie meist einen schnelleren Verlauf. Insgesamt lassen sich drei Stadien unterscheiden, wobei das Auftreten der Veränderung individuell unterschiedlich sein kann.

  • Frühstadium: Das unabhängige Leben ist noch möglich, fällt aber schwerer. Es kommt zu Vergesslichkeit und Konzentrationsschwierigkeiten. Es kann zu ungewohnten Verhaltensänderungen und starken Stimmungsschwankungen kommen (z.B. Wut, Stress oder Scham).
  • Mittleres Stadium: Meist muss das eigenständige Leben aufgegeben werden, da Betroffene viel Alltagshilfe brauchen. Die Merkfähigkeit nimmt weiter ab und es kann zu Sprach- und Orientierungsstörungen kommen. Häufig kommt es auch zu einer Störung des Tag-Nacht-Rhythmus.
  • Fortgeschrittenes Stadium: Eine dauerhafte Unterstützung ist ab jetzt notwendig. Häufig werden vertraute Personen nicht mehr erkannt und Gespräch sind nur noch eingeschränkt möglich. Es kann zu einem Kontrollverlust über die Körperfunktionen kommen, ebenso wie zu einer gestörten Bewegungskoordination.

Diagnose

Bei der Diagnose von Alzheimer handelt es sich um eine Ausschlussdiagnose, sodass sie erst gestellt wird, wenn keine andere Ursache für die Symptome gefunden wird. Da diese durch eine Vielzahl von Krankheiten ausgelöst werden können, darf keine vorzeitige Diagnose gestellt werden. Erst wenn die Symptome bereits ein halbes Jahr bestehen und andere Auslöser ausgeschlossen wurden, kann die Diagnose gestellt werden. Dafür ist jedoch eine umfassende Diagnostik wichtig. Dafür arbeiten die Hausärzte oft mit Fachärztinnen und -ärzten zusammen, es gibt aber auch spezialisierte Gedächtnisambulanzen.

Gespräch

Im Gespräch werden zunächst die Beschwerden und allgemeinen Lebensumstände in Erfahrung gebracht. Hierbei kann die Unterstützung durch einen Angehörigen von Vorteil sein, da diesen Veränderungen eher auffallen und auch eventuelle Hemmschwellen geringer sind.

Psychometrische Testungen

In neuropsychologischen Tests soll das Stadium und der Verlauf eingeschätzt werden. Dabei gibt es verschiedene Kurztests, bei welchen kleine Aufgaben gestellt werden, mittels derer beispielsweise das Gedächtnis, die Konzentration oder die Sprache überprüft werden. Bekannte Tests sind beispielsweise der Uhrentest, der Mini-Mental Status Test (MMST) oder das Montreal Cognitive Assessment (MoCA). Für eine genauere Einschätzung sind aber umfangreichere Testungen nötig.

Medizinische Untersuchungen

Um andere Krankheiten auszuschließen, werden verschiedene Untersuchungen durchgeführt. Es können beispielsweise körperliche Untersuchungen, Blutuntersuchungen oder auch bildgebende Verfahren zum Einsatz kommen. Eventuell wird auch eine Lumbalpunktion durchgeführt, bei welcher Nervenwasser im Bereich der Lendenwirbelsäule entnommen wird.

Behandlung

Die Unterstützung und Behandlung von Betroffenen hängt insbesondere vom Stadium und den Bedürfnissen ab. Dabei soll insbesondere die Lebensqualität erhalten und die Eigenständigkeit möglichst lange beibehalten werden. Zudem soll psychische Beschwerden verringert und auch die Angehörigen unterstützt werden.

Zu den verschiedenen Therapiemöglichkeiten gehören:

  • Medikamente (Z.B. Cholinesterasehemmer oder Memantin)
  • Pflanzliche Präparate, die Extrakte aus Ginkgo-Blättern enthalten
  • Gedächtnistraining
  • Orientierungsübungen
  • Kunst-, Aroma-, Tier- und Musiktherapie
  • Biografiearbeit
  • Gemeinsame Alltagsaktivitäten
  • Körperliche Betätigung

Ausblick auf zukünftige Behandlungsformen

Es stehen einige Medikamente zur Verfügung, welche die Symptome über einen begrenzten Zeitraum etwas lindern können. Daher werden auch nicht-medikamentöse Verfahren (sowohl invasive als auch nicht-invasive) erforscht, u. a. die Tiefe Hirnstimulation. Die Tiefe Hirnstimulation wurde 1995 zuerst in Europa zur Behandlung des Morbus Parkinson zugelassen. Mittlerweile wurden weltweit über 200.000 Operationen durchgeführt. Die Wirksamkeit der Tiefen Hirnstimulation zur Behandlung der Alzheimer-Demenz im frühen Krankheitsstadium wird zur Zeit untersucht. Weitere Informationen zu dieser Alzheimer Therapieform finden Sie unter Alzheimer Studie.