Leben mit Alzheimer im Alltag

EIN ZUHAUSE, DAS SICHER IST: 4 TIPPS

Jeder ist zweifellos schockiert, wenn er erfährt, dass er an Alzheimer erkrankt ist. Wie geht es weiter? Die Betroffenen wollen ihre Unabhängigkeit so lange wie möglich bewahren, während die Familienangehörigen um das Wohlergehen ihrer Lieben besorgt sind.

Während Gedächtnis und Orientierungssinn nachlassen, wächst das Bedürfnis, weiterzumachen. Deshalb sollte es im Haus eines Alzheimer-Patienten keine Stolperfallen wie hohe Teppiche oder freiliegende Elektrokabel geben. Darauf weist die Alzheimer Forschung Initiative (AFI) hin.

Alzheimer-Patienten sollten eine Wohnung haben, die so ausgestattet ist, dass sie sicher leben können. Worauf sollten Angehörige achten, was erleichtert den Alltag?

AUFMERKSAMKEITSSTARKES KLEBEBAND

Wenn die Treppe mit einem großen, auffälligen Stück Klebeband gekennzeichnet ist und ein zusätzliches Geländer zur Unterstützung hat, ist die Treppe sicherer. Wenn möglich, entfernen Sie versteckte Stolperfallen wie Teppiche oder elektrische Leitungen. Wenn nicht, kennzeichnen Sie sie mit auffälligem Klebeband.

In Mehrgenerationenhäusern sollte auch das Kinderspielzeug als mögliche Stolperfalle beachtet werden.

SICHERES STEHEN auf der Toilette

Für den Boden der Badewanne oder Dusche sind rutschfeste Gummimatten oder Klebestreifen erhältlich. Hinzu kommen ein Hocker, auf den man sich beim Duschen setzen kann, und ein Haltegriff an der Wand. Eine Duschwanne ist besser geeignet als eine Badewanne mit hohem Einstieg. Für diejenigen, die es können, wurden hier seniorengerechte Alternativen eingebaut. In einer Mietwohnung können Stufen und Haltegriffe sinnvoll sein.

Gut sichtbare Warm- und Kalttemperaturaufkleber vermeiden Verbrennungen. Außerdem kann die Temperatur des Warmwassers oft auf weniger als 45 Grad eingestellt werden. Ein erhöhter Sitz macht den Gang zur Toilette einfacher.

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IN DER KÜCHE: GEFAHREN

Messer, Scheren und andere potenziell gefährliche Werkzeuge sollten in der Küche ferngehalten werden. Die Griffe von Töpfen und Pfannen dürfen beim Kochen nach hinten zum Brenner hin abgewinkelt werden. Verbrennungen durch heiße Griffe werden durch spezielle Topfgriffhalter aus Stoff verhindert.

Außerdem sollten Feuerlöscher und Feuermelder vorhanden sein und auf dem neuesten Stand gehalten werden. Wenn ein Kamin oder ein Gasherd vorhanden ist, muss ein Kohlenmonoxidmelder vorhanden sein. Da Kohlenmonoxid schwerer ist als sauerstoffhaltige Luft, sollte der Melder in Bodennähe angebracht werden.

UMHERWANDERN VERMEIDEN

Zielloses Umherwandern ist ein weit verbreitetes und sehr frühes Symptom der Alzheimer-Krankheit. Die Gefahren liegen jedoch genau in diesem ziellosen Umherstreifen. Verkehrsunfälle, Stürze im Freien und das Verirren werden mit dem Fortschreiten der Krankheit wahrscheinlicher, da der Orientierungssinn bereits in einem frühen Stadium beeinträchtigt sein kann. Alzheimer-Patienten sollten daher nie allein auf die Straße gehen.

Angehörige können kindersichere Türknäufe anbringen oder Alarmmatten vor die Tür legen, um sicherzustellen, dass die Patienten das Haus nicht allein verlassen.

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