Alzheimer Krankheit-Positive Charaktereigenschaften können vor Demenz schützen

Alzheimer Krankheit

Die Demenz oder auch Alzheimer Krankheit gehört zu den Schreckgespenstern des Älterwerdens. Dabei können wir selbst jede Menge für unseren Schutz vor der Krankheit tun. Lebensstil, Ernährung, Bewegung und Vorerkrankungen sind einige Faktoren, die Demenz begünstigen oder hinauszögern können. Laut einer neuen Studie entscheiden offenbar auch bestimmte Charaktereigenschaften, ob wir an Demenz erkranken oder nicht.

Struktur und eine positive Lebenseistellung – der beste Schutz vor Demenz

Eine im “Journal of Personality and Social Psychology” veröffentlichte Studie zeigt, dass Menschen, die gut organisiert und diszipliniert sind, im Alter seltener an der Alzheimer Krankheit leiden. Ein gesunder Perfektionismus wirkt sich demnach positiv auf unser Gehirn aus. Auch herzliche, enthusiastische Menschen, die viele soziale Kontakte pflegen, haben laut Studie ein geringeres Risiko, an Demenz zu erkranken als introvertierte Personen.

Negatives Denken erhöht das Demenz-Risiko

Nach Meinung der beteiligten Wissenschaftler*innen befördern negative Gedanken und Einsamkeit die emotionale Instabilität, wodurch sich das Risiko, an Demenz zu erkranken, erhöht, während soziale Menschen, deren Leben in gut strukturierten Bahnen verläuft, zufriedener und psychisch stabiler sind. Studienleiterin Tomiko Yomeda von der University of Victoria (Kanada) erklärte, dass Persönlichkeitsmerkmale dauerhafte Denk- und Verhaltensmuster widerspiegeln. Entscheidend für die Lebensspanne ist laut der Wissenschaftlerin, ob diese gesund oder ungesund sind. Der emotionale Stress durch Aggressionen, Angstzustände, Stimmungsschwankunken und depressive Phasen belastet das Gehirn, und das hinterlässt Spuren, deren Folgen kognitive Beeinträchtigungen sind.

Alzheimer Krankheit und Persönlichkeit: Studie über längeren Zeitraum

Für die Studie sammelte das Forschungsteam über einen längeren Zeitraum Daten von 2.000 Probant*innen, um den Zusammenhang zwischen Charaktereigenschaften und kognitiven Beeinträchtigungen zu erforschen. Bereits 1997 starteten die Forscher*innen mit den Untersuchungen und analysierten hierfür die Gesundheitsdaten gesunder älterer Menschen aus dem Raum Chicago. Bei allen Teilnehner*innen wurden Persönlichkeitsanalysen durchgeführt. Zudem nahmen die Probant*innen jährlich an kognitiven Tests teil.

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Die Langzeitstudie hat laut Tomiko Yomeda ergeben, dass bei gewissenhaften Menschen das Risiko von kognitiven Beeinträchtigungen um 22 Prozent sank. So verfügen 80jährige mit einem hohen Maß an Gewissenhaftigkeit zwei Jahre länger über eine gute Hirngesundheit als Gleichaltrige mit einer geringen Gewissenhaftigkeit.

Doch chaotische oder ängstliche Menschen, die zu häufigen Stimmungsschwankunken neigen, müssen sich bei der Lektüre dieses Artikels keine Sorgen machen. Die Chance, dass sich Charaktereigenschaften im Laufe des Lebens ändern, ist sehr groß. Vor allem negative Denk- und Verhaltensmuster können Menschen bis ins hohe Alter ablegen. Auch hierzu gibt es Studien, die besagen, dass jeder oder jede Vierte über 70jährige im Laufe seines Lebensabends seine Charaktereigenschaften ändert. Eine Metastudie, in der Daten von 50.000 Teilbehmer*innen aus Europa und den USA ausgewertet wurden, widerlegte die Annahme, dass bestimmte Charakterzüge unveränderlich sind. Innerhalb eines Zeitraums von zehn Jahren treten zumindest geringe Veränderungen auf. Zudem können wir selbst etwas für unsere Hirngesundheit tun, indem wir auch im Alter unsere sozialen Kontakte pflegen und neue hinzugewinnen.

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