Aktueller Stand des Wirkstoffs Atuzaginstat 

Aktueller Stand des Wirkstoffs Atuzaginstat 

Aktueller Stand des Wirkstoffs Atuzaginstat  (Stand: 12.01.2022)

Aktueller Stand des Wirkstoffs Atuzaginstat -Derzeit gibt es keine Heilung für die Alzheimer-Krankheit. Nicht alle Krankheitsmechanismen sind vollständig verstanden. Es ist unklar, warum Reste von Parodontalbakterien im Gehirn von Alzheimer-Patienten häufiger zu finden sind als bei kognitiv gesunden Personen. Besteht ein Zusammenhang zwischen Parodontitis und Alzheimer? Wir haben die wichtigsten Details ausgewählt.

Fragen und Antworten zur Parodontitis

Was genau ist Parodontitis?

Parodontitis ist eine durch Bakterien verursachte Infektion, die zu einer Verschlechterung des Zahnhalteapparats führt. Die Parodontitis wird durch Zahnbelag verursacht, der einer der Risikofaktoren ist. Neben dem Zähneputzen hat die Reinigung der Zahnzwischenräume mit Zahnseide oder Interdentalbürsten eine prophylaktische Wirkung. Auch eine regelmäßige professionelle Zahnreinigung wird empfohlen.

Warum wird ein Zusammenhang zwischen Parodontalerkrankungen und der Alzheimer-Krankheit diskutiert?

Orale Probleme sind bei Menschen mit Alzheimer-Krankheit häufig. Untersuchungen haben ergeben, dass Alzheimer-Patienten ein höheres Risiko für Parodontalerkrankungen haben. Dies könnte damit zusammenhängen, dass Alzheimer-Patienten häufig die Zahnhygiene vernachlässigen. In diesem Fall wäre die Alzheimer-Krankheit die Ursache und die Parodontalerkrankung die Folge. Die Forscher fanden im Gehirn von Alzheimer-Patienten mehr Reste von Parodontalbakterien, was darauf hindeutet, dass es umgekehrt sein könnte. Parodontalbakterien produzieren im Allgemeinen Gingipain-Enzyme. Bei Personen, die nicht an Alzheimer erkrankt sind, finden sich nur wenige Spuren dieser Bakterien.

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Aktueller Stand des Wirkstoffs Atuzaginstat-Was ist der Zusammenhang zwischen Gingipain-Enzymen und Alzheimer?

Diese Frage wird derzeit noch erforscht. Die Gingipain-Enzyme scheinen mit den Beta-Amyloid- und Tau-Protein-Ablagerungen in Verbindung zu stehen, die für die Alzheimer-Krankheit typisch sind. Die Mengen von Gingipain und Tau scheinen miteinander verbunden zu sein.

Ist es möglich, die Alzheimer-Krankheit mit Hilfe von Gingipain-Enzyminhibitoren zu behandeln?

Dieser Gedanke wird durch Mausmodelle gestützt. Die Verabreichung eines Gingipain-Blockers (Atuzaginstat) an Alzheimer-Mäuse zusammen mit anderen Antibiotika führte den Forschern zufolge zu einer Verringerung der Proteinablagerungen im Gehirn. Das Biotech-Unternehmen Cortexyme forscht nun mit dem chemischen Wirkstoff Atuzaginstat, um zu untersuchen, ob die Ergebnisse auf den Menschen übertragbar sind.

Wie stehen die Chancen, dass Atuzaginstat zugelassen wird?

Nach den ersten Ergebnissen der Phase-2/3-Studie hat Atuzaginstat die beiden Hauptziele der Studie nicht erreicht. Das Medikament hatte keinen Einfluss auf die kognitive Leistungsfähigkeit oder die Aktivitäten des täglichen Lebens bei insgesamt 650 Personen. In einer Gruppe von 242 Teilnehmern* mit Parodontitisbakterien im Speichel führte die höchste Dosis zu einer 57-prozentigen Beeinträchtigung der kognitiven Fähigkeiten. Der Hersteller, Cortexyme, hat sich zu den Ergebnissen noch nicht geäußert.

Aktueller Stand des Wirkstoffs Atuzaginstat-Ist Atuzaginstat ein Mittel gegen Alzheimer?

Die Alzheimer-Krankheit kann mit Atuzaginstat nicht behandelt werden. Es kann lediglich das Fortschreiten der Krankheit verlangsamen.

Ist es möglich, Atuzaginstat ohne ärztliche Verschreibung zu erhalten?

Nein, Atuzaginstat wird derzeit ausschließlich als Versuchschemikalie in wissenschaftlichen Studien verwendet. Infolgedessen ist Atuzaginstat nicht mehr käuflich zu erwerben.

Trotz sorgfältiger Prüfung aller Fakten kann keine Garantie übernommen werden. Atuzaginstat wurde ohne Beteiligung von Alzheimer-heute.de erstellt.

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